Der Erwerb des damals stark baufälligen Stüppershofes, an dem selbst das aufgemalte Fachwerk noch eine tragende Funktion zu erfüllen schien, entbehrte jedwedem rationellen Verstand. Viele hielten uns für verrückt, einige unterstützten unser Vorhaben. Stück für Stück ging es daran die Gebrauchsspuren der Jahrhunderte zu beseitigen und das Gebäude in seiner Gesamtheit wieder herzustellen. Überflutet von Vorschlägen und praktischen Tipps, die eigentlich alles zu berücksichtigen schienen außer das Gebäude und die Menschen, die darin leben wollten, begann die Suche nach aufeinander abgestimmten geeigneten Baustoffen. Angetrieben von der natürlichen Logik und der sich offenbarten Leistungsfähigkeit traditioneller Produkte, vertiefte sich die Suche über den kunstoffgläubigen Bereich hinaus. Nahezu ausgeliefert fühlten wir uns der meistvertretenden Meinung vermeintlicher Fachleute. Das Non plus Ultra schien das Aufbereiten von Bausubstanz mit einem chemischen Cocktail, dessen Katerstimmung das Gebäude überdauert und dem hermetisch abgedichteten Bereich, wo nur noch der Mensch verbleibt. Eigene Vorstellungen wurden mit Zauberworten wie „Wärmeschutzverordnung“, „zu teuer“, „hält nicht“ niedergebügelt. Nichtsdestotrotz fanden wir Handwerker und Planer, die mit Kopf – Herz & Bauch im Einklang Hand anlegten.