Baubericht

 

 

 

Die Geschichte des Hauses

Etwas versteckt im Brill, dem alten Villenviertel Wuppertals, liegt das „Haus Höhe“. 1924 vom Architekten Carl Conradi erbaut, ist es eines der prunkvollsten Häuser Wuppertals mit riesiger Parkanlage. Um diese auch vernünftig pflegen zu können, plante der Architekt auch ein Haus für den Gärtner, Gartengeräte und zu überwinternde Pflanzen mit ein. Durch Umstrukturierungen nach dem Krieg — man benötigte dringend Wohnraum — zog die erste Familie in das Gärtnerhaus. Diese Nutzung hatte zur Folge, dass man Wände einzog, wo vorher keine waren und mehrere Öfen an den Kamin anschloss, um das Haus vernünftig beheizen zu können.

In den 70ger Jahren kamen dann alle Segnungen der Baustoffindustrie über das alte Gemäuer und kippten es endgültig aus dem mühsam arrangierten Gleichgewicht mit seiner Umwelt. Zunächst sah dies alles ganz schön und ordentlich aus und man freute sich über das neue, renovierte Häuschen. Welche Folgen all jene Umbaumaßnahmen für das Gebäude letztendlich haben sollten, ahnte damals noch niemand.

 

Das Bauvorhaben „Gärtnerhaus“ begann mit einem Duell: Ein Sachverständiger und Hetfeld standen sich gegenüber. Sie sahen die gleichen Dinge, bewerteten sie jedoch völlig unterschiedlich. Es gab feuchte Wände, sehr feuchte Wände, aufblühenden und abplatzenden Putz, keine Heizung, keine Dämmung. Der Sachverständige war vom Investor herangezogen worden — Hetfeld war den neuen Mietern des Hauses von einem befreundeten Architekten, der gerade mit traditionellen Baustoffen einen Straßenzug in einem Wiener Vorort sanierte, als „ ...einzig kompetenter Partner in solchen Dingen.“ empfohlen worden.

Der Sachverständige urteilte mit der standesüblichen Strenge und Radikalität: „Ausschachten, mit Bitumen und Polystyrolplatten abdichten und zusätzlich eine Horizontalsperre einspritzen, Mineralwolle als Dachdämmung, Dämmputz als Fassadendämmung, Strom zum Heizen.“

Hetfeld beriet Lösungs- und nicht Problemorientiert: „Wandheizung auf Innenwanddämmung, Kalkputz im Keller, Lehm im Erdgeschoss, Holzweichfaserplatten als Dachdämmung, ein Holzvergaser-Ofen zum Beheizen des Hauses.“

Der Investor musste sich entscheiden — und es war eine keine finanziell motivierte Entscheidung, denn beide Lösungsvorschläge hatten einen ähnlichen Kostenrahmen.

Er entschied sich für Hetfeld aus drei Gründen: Der hetfeld‘sche Sanierungsplan war minimalinvasiv, es war ein wesentlich behaglicherer Lebensraum zu erwarten und die obere Denkmalbehörde nickte das Sanierungskonzept als vorbildlich ab und versicherte dem Investor mit Hetfeld auf der richtigen Seite zu sein.

 

Wirtschaftlichkeit und Wertschöpfung

Nun wurde noch einmal ausführlich geplant, gemessen und besprochen. Dem Investor ging es darum, das Haus so zu sanieren, dass es bewohnbar ist, einen gewissen Komfort bietet und vor allem um die Wirtschaftlichkeit des Projektes. Den Mietern ging es darum, dem Gebäude gerecht zu werden und einen lebenswerten Wohnraum zu erschaffen. Zunächst schien es, als wären die Vorstellungen beider Seiten nicht kompatibel — Hetfeld jedoch führte die konträr erscheinenden Standpunkte zusammen und ließ sie zu einer homogenen Masse werden. Zum Beispiel, indem er Investor und Mietern Eigenleistungsmöglichkeiten eröffnete (bei denen er natürlich immer beratend zur Seite stehen sollte) und somit die Investitionskosten extrem gesenkt werden konnten. So ergab sich eine von Hetfeld koordinierte Symbiose zwischen Investor, Mietern und dem Gebäude.

 

Wenn Pläne auf die Realität treffen
ist das immer so eine Sache: Und natürlich lief auch am Gärtnerhäuschen nicht alles, wie geplant. Es fand sich eine Treppe, wo niemand eine vermutet hatte, es gab Türen, die vorher keine waren und wieder geschlossen werden mussten, es fand sich plötzlich ein Ausgang zur Terrasse, der einfach zugemauert worden war ... und so folgte ein Problemchen dem Nächsten. Was den Investor ab und an ins Schwitzen und die neuen Mieter, die nahezu jeden Tag auf der Baustelle arbeiteten, an den Rand der Verzweiflung brachte, dirigierte Hetfeld besonnen und ruhig. Flexibel passte er, nicht nur einmal, die Planung der Realität an, verlor das Budget nie aus den Augen, beruhigte alle Beteiligten, sandte die passenden Handwerker, löste Anlieferungs- probleme und stand stets beratend zur Seite. Trotz hunderter Kleinigkeiten und manchmal auch sehr massiver Probleme, wurde das Bau- vorhaben in einem angemessenen Zeitrahmen, ohne den Kostenrahmen zu sprengen, fertiggestellt.

 

Das Ergebnis kann sich sehen und bewohnen lassen.

Innenräume nach Fertigstellung

Das vorher unbehagliche Klima des Hauses, geprägt durch Kälte und Feuchtigkeit, ist Vergangenheit: Es gibt keine feuchten Wände mehr, der Holzvergaser- Ofen sorgt für heißes Wasser zum Duschen und Baden und speist dazu noch das Wandheizungs- system. Die Schlafräume unter dem Dach sind ebenfalls wohltemperiert durch die Dämmung mit Holzweichfaserplatten, einer Holzverkleidung, Wandheizung und einem Schurwollteppich, der sich angenehm auf das Raumklima auswirkt.

 

Das Hetfeld-Prinzip hat voll gegriffen: Das Ergebnis ist weit besser, als sich alle Beteiligten noch zu Baubeginn hatten vorstellen können und das Bauwerk konnte endlich wieder seinen Frieden mit der Umwelt finden.